Meditative Tänze und ihre Wirkung
Definition
Das lateinische Wort „meditari“ lässt sich mit "nachdenken" oder "nachsinnen" übersetzen. Zur Meditation gehören Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche. Mein eigenes Wesen kommt mit dem was ich meditiere in Berührung.
Meditative Tänze sind Tänze zu ruhiger oder beschwingter Musik. Getanzt wird dabei im geschlossenen oder offenen Kreis um einen gemeinsamen Mittelpunkt. Diese Mitte zieht immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich und ist deshalb entsprechend symbolisch und ausdrucksstark gestaltet.
Meditativ bedeutet in diesem Zusammenhang „Nachsinnen mit den Füßen“, nicht einfach Schritte aneinandersetzen, sondern sich bewusst, mit dem ganzen Körper, auf die Schritte und die Musik einzulassen. Meditatives Tanzen ist ganzheitliches Tun und bringt den Menschen in Übereinstimmung mit seinem Wesenskern. Es lassen sich alle Emotionen ausdrücken und somit finden auch alle Lebensthemen ihren Platz. Die heilsame Wirkung der Tänze wird am eigenen Körper spürbar.
Positive Wirkungen
- Im Meditativen Tanz kommen Ruhe und Bewegung zusammen. Die geordnete Bewegung gibt Halt, bewirkt Entspannung, bessere Körperwahrnehmung und Körperkoordination und fördert die Konzentration und Achtsamkeit.
- Durch Studien wurde belegt, dass durch Bewegung, auch Tanz, körpereigene Glückshormone freigesetzt werden, was eine positive Auswirkung auf das Immunsystem zur Folge haben kann. Meditativer Tanz kann das Immunsystem stärken, die körperliche Leistungsfähigkeit steigern, Muskeln entspannen, das Bindegewebe kräftigen, den Schlaf fördern, usw. und auf allen Ebenen gesundheitsfördernd wirken.
- Meditatives Tanzen lässt die Wirkung von Symbol, Rhythmus und Musik erspüren und bietet somit auch eine Möglichkeit spiritueller Erfahrung (Tanz, als sinnliche Form von religiösem Ausdruck – „Tanz als Gebet“).
- Durch das Zusammenwirken von Musik und Bewegung schmilzt Starrheit auf allen Ebenen und lässt dem wachsenden Gespür für den Wandel als zentrales Lebensthema Platz.
- Meditatives Tanzen ist auch eine sinngebende Meditationsform. Ziel kann es sein, Lebenssinn zu suchen und zu finden. Mittel ist der Körper in der Bewegung, im Tanz.
- Bei Menschen in Krisensituationen kann meditatives Tanzen dazu beitragen, neuen Lebensmut, Hoffnung und Vertrauen zu gewinnen und durch das Gemeinschaftserlebnis kann eine evtl. bestehende Isolation aufgebrochen werden. Dies befähigt wiederum dazu, klare Entscheidungen zu treffen und neuen Lebenssinn zu finden. Hier sehe ich persönlich auch die Bedeutung und die Funktion des meditativen Tanzes für die Logotherapie.
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